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Telekommunikationsunternehmen verlegen bis 2008 275.000 Arbeitsplätze in Niedriglohnländer
Deloitte Umfrage: Offshoring bringt Kosteneinsparung in Höhe von 12 Mrd. Euro
Veröffentlicht: 30/3/04
Kontakt: Antonia Wesnitzer
Deloitte & Touche GmbH
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Kontakt: Frank M. Hülsberg
Partner Technology, Media and Telecommunications
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München, 25. März 2004– Weltweit setzen Telekommuni­kations-Anbieter zunehmend auf Offshoring. Oberstes Ziel ist die Kostensenkung und die Qualitätsverbesserung des Kundendienstes. Bis 2008 sollen voraussichtlich fünf Prozent der branchenweit 5,5 Millionen Arbeitsplätze in Niedriglohnländer verlagert werden. Das entspricht 275.000 Stellen. Dieses Ergebnis erbrachte eine aktuelle Studie von Deloittes Global Technology, Media & Telecommunications Industry Group. Deloitte befragte 42 Unternehmen aus den drei Marktsegmenten – Festnetz, Mobilfunk und Kabel.

 

Obwohl die Telekommunikations-Branche die Offshoring-Strategie bisher noch nicht in dem Maße umgesetzt hat wie High-Tech-Unternehmen und Finanzdienstleister, entwickelt sich die Auslagerung von Arbeitsplätzen auch in dieser Branche zu einem wichtigen Trend. Die von Deloitte befragten Unternehmen haben Offshoring-Aktivitäten bereits gestartet oder hegen definitive Pläne zur Verlagerung von Arbeitsplätzen. Vorteile der Maßnahme seien die Verwirklichung von Kostensenkungen in Höhe von von 20 bis 30 Prozent bis zum Jahr 2008, qualifizierteres Personal für den Support hoch entwickelter Breitband- und Wireless-Datendienste sowie die Möglichkeit schnellerer Markteinführung neuer Datendienste und Anwendungen.

 

„Offshoring stellt den Betreiber vor schwierige Geschäftsentscheidungen. Für die meisten Unternehmen stellt sich nicht die Frage, ob sie Arbeitsplätze in Niedriglohnländer verlagern sollen, sondern welche Funktionsbereiche dafür in Frage kommen und welches dabei die beste Vorgehensweise darstellt“, erklärt Dieter Schlereth, Partner in der Global Technology, Media & Telecommunications Industry Group und geschäftsführender Partner von Deloitte. „Faktoren wie neue Datendienste, verbesserter Kundendienst, schnellere Entwicklung von bahnbrechenden Anwendungen und Services und die Forderung nach höherer Profitabilität machen Offshoring für viele Betreiber zu einer unvermeidlichen Wachstumsstrategie.“

 

Offshoring - Entwicklungen und Risiken

Alle befragten Unternehmen nannten folgende Entwicklungstendenzen:

§         Das Kostensenkungspotenzial liegt bei Einsteigern zwischen 20 und 30 Prozent; Kostensenkungen sind auch in Folge zu erwarten.

§         Die Einführung neuer, hoch entwickelter Datendienste wird den Trend zum Offshoring verstärken, weil dadurch zusätzlicher Bedarf an kostengünstigem, qualifiziertem Support-Personal entsteht.

§         Durch den verstärkten Wettbewerbsdruck müssen Entwicklungsteams in unterschiedlichen Zeitzonen rund um die Uhr an neuen Anwendungen arbeiten.

§         IT-Services, Callcenter, Buchhaltung und Finanzen, Betrieb und Anwendungsentwicklung werden vorrangig ins Ausland verlagert.

§        Indien ist immer noch beliebtestes Offshoring-Ziel, doch Länder wie Estland und Argentinien kommen immer häufiger in Frage.

 

Die Telekoms sehen den chancenreichen Trends Risiken entgegenstehen:

§        Die Unternehmen müssen aufgrund höherer betrieblicher Komplexität und durch Offshoring verursachten Kontroll­verlust neue Betriebsabläufe entwickeln, um eine hohe Qualität der Entwicklungen und des Services zu gewährleisten.

§        Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und das Recht an geistigem Eigentum können zu mangelnder Kommunikation und Fehlerquellen führen. Durch unterschiedliche Gesetzes- und Rechtslagen kann es zu Unwirtschaftlichkeit und Hemmnissen kommen.

§        Im Inland könnten Gewerkschaften, Globalisierungsgegner oder die Belegschaft Widerstände entgegensetzen und den Erfolg von Offshoring-Projekten beeinträchtigen.

§        Risiken liegen auch in Betriebsstörungen aufgrund nicht ausgereifter Abläufe und in der Sicherheitsproblematik, die auf politischer Instabilität basiert.

 

Überlegungen der Telekommunikations-Unternehmen

Aus der Deloitte Umfrage ergaben sich sieben „Faustregeln“, die die Telekoms bei der Entscheidung für eine Offshoring-Strategie beachten:

§         „Verlieren Sie nicht den Anschluss. Handeln Sie frühzeitig, aber nicht als erster.“

§         „Suchen Sie im Zielland nach dem richtigen Partner. Eine suboptimale Lösung rückgängig zu machen, kann kostspielig werden.“

§         „Groß denken, klein starten. Anfangserfolge bringen ein Projekt in Fahrt. Beginnen Sie mit Bereichen, in denen Sie sich auskennen.“

§         „Kostensenkung ist nicht alles. Offshoring kann sich auch durch schnellere Anwendungsentwicklung und besseren Kundenservice auszahlen.“

§         „Definieren Sie realistische Ziele und Zeitrahmen.“

§         „Immer eine Hintertür offen halten! Wenn sich betriebliche, wirtschaftliche oder politische Bedingungen ändern, sollte es möglich sein, Funktionen wieder ins Inland zurückzuholen.“

§         „Sammeln Sie Erfahrungen. Wichtig ist, alle Optionen zu kennen.“

 

„Offshoring kann auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden. Es gibt aber keine endgültige Lösung für sämtliche Probleme. Möglicherweise ist es sinnvoller, Abläufe zu ratio­nalisieren, statt sie ins Ausland zu verlagern“, sagt Frank M. Hülsberg, Partner Technology, Media and Telecommunications bei Deloitte & Touche. „Ganz gleich, für welche Strategie sich ein Unternehmen entscheidet, davor muss immer eine sorgfältige Analyse aller Risiken, Vorteile und Chancen stehen.“

 

Zur Umfrage

Deloitte führte die Umfrage im Dezember 2003 unter 42 weltweit führenden Telekommunikations-Unternehmen aus den Bereichen Festnetz, Mobilfunk und Kabel durch. Darunter waren zehn der 20 umsatzstärksten Anbieter. Untersuchungsgegenstand waren derzeitige Offshoring-Aktivitäten und künftige Erwartungen der Unternehmen. Die befragten Unternehmen sind selbst in Offshore-Ländern vertreten, haben ein Joint Venture gegründet oder beschränken sich derzeit auf das Outsourcing.

 

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Deloitte Technology, Media & Telecommunications (TMT) Group

Die TMT-Group besteht aus Deloitte-Prüfern und -Beratern mit umfassender Erfahrung in der Betreuung von Technologie-, Medien- und Telekommunikationsunternehmen, die in Deutschland sowie an wichtigen Deloitte-Standorten weltweit auf die Betreuung von Mandanten in den Bereichen Kabel- und Kommunikationstechnologie, Computer und Peripheriegeräte, Unterhaltung, Medien und Verlagswesen, Netzwerktechnologie, Halbleiter, Software, Mobilfunk und ähnlichen Bereichen spezialisiert sind. Die Spezialisten der TMT-Group kennen die Herausforderungen, denen sich ihre Kunden in allen Phasen ihres Wachstumszyklus gegenübersehen und engagieren sich für deren Erfolg. Mit diesem branchenfokussierten Beratungsansatz hat sich Deloitte zum führenden Anbieter für die Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche entwickelt.

 

Deloitte Deutschland

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Als einzige der Big Four bietet Deloitte ein umfassendes Leistungsspektrum aus Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance-Beratung. Mit mittlerweile 3.200 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen betreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund mit Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

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Letzte Aktualisierung: 31 März 2004
Quelle: Deloitte & Touche GmbH  - Deutschland (Deutsch)

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