Kontakt: Kay Krafft
Deloitte & Touche
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Frankfurt am Main, 26. August 2003 - „Die Entflechtung des Beteiligungsdickichts der Deutschland AG wird sich beschleunigt fortsetzen. Die Finanzdienstleister und die Industrieunternehmen trennen sich weiterhin und verstärkt von den Bereichen, die nicht zum Kerngeschäft gehören."
Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie „Zerschlagung der Deutschland AG? – Das große Ein- und Ausatmen der DAX-100- und anderer Konzerne". Für die Studie wurden 28 Interviews mit den M&A-Verantwortlichen deutscher Konzerne geführt. Mehr als die Hälfte der DAX-30-Unternehmen hat an der Befragung teilgenommen und Einblicke in ihre M&A-Strategie gegeben.
Akquisitionen und Desinvestitionen stehen auf der Tagesordnung
Bis 2005 wollen 71 Prozent der befragten Unternehmen ihre Desinvestitionen wie bislang fortführen oder ausbauen. Ebenso planen aber 67 Prozent der Unternehmen, genau so viel wie bisher oder mehr zu akquirieren. Damit ist vorgezeichnet, dass der Markt wieder in Bewegung kommt. Dabei teilen sich Deutschlands Konzerne in drei Gruppen: Die „satten" Unternehmen, die eher auf der Verkäuferseite stehen, die „schlanken" Unternehmen, die tendenziell als Käufer auftreten, sowie diejenigen, die ein kontinuierliches Portfoliomanagement betreiben und gleichermaßen Unternehmenskäufe und -veräußerungen planen.
Bedeutung von Private Equity wird in Deutschland zunehmen
Knapp drei Viertel der Heads of M&A schätzen, dass Private-Equity-Investoren, d.h. auf den Kauf und Verkauf von Unternehmen spezialisierte Beteiligungsgesellschaften, in Deutschland in den nächsten Jahren eine größere Rolle spielen werden als bisher. Viele der Befragten sehen den Marktanteil von Private Equity in konjunkturell schlechten Zeiten steigen, in guten Zeiten dagegen sinken, weil dann strategische Käufer eher zum Zuge kommen.
Steuerbefreiung auf Veräußerungsgewinne irrelevant
Die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland haben überraschenderweise keinen Einfluss auf die M&A-Strategie der Konzerne. Vor allem die Steuerbefreiung der Veräußerungsgewinne von Beteiligungen an Kapitalgesellschaften beeinflusst die M&A-Strategie überhaupt nicht, wie ausnahmslos alle Befragten feststellten. „Steuern", antwortete ein M&A-Chef stellvertretend für die anderen Teilnehmer „waren für unser Haus im Bereich M&A bislang weder ein Problem noch ein Motiv." Die steuerliche Wirkung einer Transaktion werde in der Regel ohnehin auf internationaler Ebene optimiert.
In der Studie werden ferner die detaillierten Befragungsergebnisse zu den Themen M&A-Strategie, -Pläne und -Ziele, Einflussfaktoren, Trade Sale versus Buy-out bei Desinvestitionen sowie Unterschiede im Verhandlungs- und Verkaufsprozess mit Strategen und Finanzinvestoren ausführlich dokumentiert. Die Erhebung wurde von der Beteiligungsgesellschaft 3i Deutschland, der Kanzlei Linklaters Oppenhoff & Rädler und der Wirtschaftsprüfungsgruppe Deloitte & Touche gemeinsam mit dem Finanzfachmagazin FINANCE erarbeitet und herausgeben.
Eine ausführlichere Zusammenfassung findet sich in der neuen FINANCE (Septemberheft) sowie auf der Homepage www.finance-magazin.de.