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Bundesliga festigt ihre Position im europäischen 10 Milliarden Euro Fußballmarkt
Jährlicher Bericht von Deloitte & Touche untersucht wirtschaftliche Ergebnisse europäischer Klubs
Veröffentlicht: 08/8/03
Kontakt: Stefan Ludwig
Deloitte
Senior Manager Sport Business
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Manchester - Düsseldorf, 07. August 2003 – Die 18 Klubs der Bundesliga durchbrachen in der Saison 2001/02 zum ersten Mal die magische Schallmauer von 1 Milliarde Euro Umsatz. Somit rückt die Bundesliga näher an die italienische Serie A heran. Die Italiener belegen mit einem Gesamtumsatz von 1,127 Milliarden Euro den zweiten Platz der umsatzstärksten Ligen in Europa. Unangetasteter Spitzenreiter bleibt die englische Premier League mit einem Umsatz in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. Durch einen erneuten Anstieg von über 300 Millionen Euro im Vergleich zur Saison 2000/01 erzielt die Premier League den höchsten Zuwachs der „Big Five" in Europa und spielt nunmehr in einer „eigenen Liga". Diese Nachricht ergibt sich aus der zwölften Ausgabe des Annual Review of Football Finance von Deloitte & Touche.

Die UEFA Champions League ist de facto die sechste große europäische Liga. Durch ihre geschätzten Einnahmen aus Übertragungsrechten (verteilt auf die beteiligten Klubs) in Höhe von 420 Millionen Euro würde sie, im Hinblick auf Einnahmen aus nationalen Übertragungsrechten, unter den „Big Five" Ligen an dritter Stelle hinter England und Italien, aber vor Deutschland rangieren. Die durchschnittliche Besucherzahl des Wettbewerbs (34.361) lag in 2001/02 höher als die der „Big Five" Ligen.

Deloitte & Touche Sport schätzt die kumulierten Einnahmen der höchsten Ligen in Europa in der Saison 2001/02 auf ein Volumen von 7,1 Milliarden Euro (6,6 Milliarden Euro in der Saison 2000/01). Die „Big Five" Ligen (England, Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich) sind dominierend und halten zurzeit einen Anteil von 80% am Gesamtmarkt. Den höchsten individuellen Anteil mit 25% hat dabei Englands Premier League. Zählt man auch die unteren Fußballligen, die Verbände und Nationalmannschaften, UEFA- und weitere Wettbewerbe dazu, so wächst der gesamte Markt nach Schätzung von Deloitte & Touche Sport auf ca. 10 Milliarden Euro.

Dan Jones, Direktor bei Deloitte & Touche Sport, sagt, „das vergangene Jahr gestaltete sich aufgrund von Unsicherheiten bei den Fernseheinnahmen, neuem Transfersystem und Insolvenzen als große Herausforderung für viele europäische Klubs. Wir lehnen jedoch die vielen Kommentare ab, die dem Fußball allgemein ein negatives finanzielles Schicksal vorhersagen und Pessimismus verbreiten". Die zuvor genannten Fakten über die Ligen und Klubs zeigen ein anderes Bild. Sicherlich werden sich die enormen Wachstumsraten der letzten Jahre reduzieren, aber von einem Einbruch kann nicht die Rede sein.

Die englischen Klubs der Premier League sind bezüglich der Steigerung der Klubeinnahmen die Vorreiter. Sie führen die Rangliste bei allen Erlösquellen mit Abstand an. Insbesondere bei den Einnahmen aus Spieltagen erzielen die Klubs in England annähernd das Dreifache im Vergleich zu anderen Ligen, die weiterhin sehr stark von den Erlösen aus Fernsehrechten abhängig sind. „Durch die Mehreinnahmen verschaffen sich die englischen Klubs einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil auf europäischer Ebene. Die Klubs der anderen europäischen Top-Ligen müssen sich verstärkt um die optimale Nutzung des Stadions kümmern. Ansonsten laufen sie Gefahr noch weiter hinter die englischen Klubs zurückzufallen", sagt Stefan Ludwig, Senior Manager bei Deloitte & Touche Sport.

Das Geheimnis der englischen Klubs liegt in der hohen Stadionauslastung (92,7%) und der dauerhaften Investition in die Modernisierung der Stadien. Die Ausgaben für die Infrastruktur der Premier League Klubs belaufen sich seit 1991/92 bereits auf über 1,5 Milliarden Euro.

Die Premiership bleibt weiterhin die am besten besuchte Top-Liga im europäischen Fußball. Ihre durchschnittliche Besucherzahl übersteigt mit 11 % die ihres unmittelbaren Konkurrenten, der deutschen Bundesliga. Italiens Serie A, deren durchschnittliche Besucherzahl um 11 % sank, rutschte auf den dritten Platz. Spaniens Besucherzahlen hingegen schwanken seit Jahren zwischen 20.000 und 25.000. Frankreich fiel nach einem „Nach-Weltmeisterschafts 1998 Boom" wieder auf den fünften Platz zurück. Der Premiership ist es als einzige Liga gelungen, einen stetigen Zuwachs der Besucherzahlen in jeder Saison seit Mitte der neunziger Jahre zu verzeichnen.

Mit einem Rekordbetriebsergebnis von 130 Millionen Euro in der Saison 2001/02 sind die 20 Klubs der Premier League erneut Europas Champions. Die Bundesliga erzielte ein Ergebnis in Höhe von 100 Millionen Euro (87 Millionen Euro in 2000/01). In Anbetracht des geringeren Umsatzes ist dies ein bemerkenswertes Ergebnis. Frankreich und vor allem Italien erwirtschafteten beträchtliche Verluste. Der Verlust der Serie A Klubs beläuft sich auf 404 Millionen Euro (216 Millionen Euro in 2000/01). Gleich bleibende Einnahmen bei erhöhten Gehaltszahlungen sind größtenteils die Ursache.

„Für die Entscheider der Fußballklubs ist die größte Herausforderung, ein gesundes Verhältnis zwischen dem Wunsch nach der besten Mannschaft und den damit verbundenen Kosten herzustellen", so Ludwig. Während sich die Umsätze der großen Ligen seit 1995/96 annähernd verdreifacht haben, sind die Gehälter um fast das Vierfache gestiegen. Als Konsequenz hat sich das Verhältnis von Gehaltskosten zu Umsatz im Durchschnitt aller Länder von 52% auf 67% erhöht. Diese Kennzahl hat eine Rekordhöhe in drei der Top-Ligen erreicht. Die Ausnahme bei dieser Entwicklung bildet die Bundesliga. Bei den deutschen Klubs stagniert dieses Verhältnis bei ungefähr 50%. „Der bedenkliche Anstieg der Gehälter im Vergleich zu den Einnahmen ist der Kern der finanziellen Probleme der meisten Klubs in Europa", so Ludwig weiter. Die Ligen haben jedoch bereits die Bremse beim Anstieg der Gehälter betätigt. In allen Fällen sind die Wachstumsraten geringer als in der Saison 2000/01 und auch im Vergleich zum langfristigen Trend über sieben Saisons hinweg.

Neben dem Anstieg der Gehälter belastet die Klubs zusätzlich auch die Erhöhung der Transferaufwendungen. Während eines Zeitraums von fünf Jahren haben sich die Aufwendungen mehr als verdoppelt. In der Saison 2001/02 lagen die Transferaufwendungen der Klubs aus Italien, England und Deutschland bei ca. zwei Milliarden Euro. Italien weist dabei mit Abstand die höchsten Aufwendungen in Höhe von 1,48 Milliarden Euro auf, wohingegen die Bundesliga Klubs in den vergangenen fünf Jahren immer verhältnismäßig zurückhaltend waren.

Dan Jones ist hinsichtlich der finanziellen Zukunft des Fußballs in Europa vorsichtig optimistisch. „Wir hoffen, dass wir den Höhepunkt der Spielerkosten und den Tiefstand der Verluste der Klubs erreicht haben. Wir appellieren an die Klubs, das Verhältnis von Gehaltskosten zu Umsatz auf allen Ebenen langfristig zu reduzieren." Zurzeit bringen England und Deutschland – jeder auf seine Weise – die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft mit.

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Letzte Aktualisierung: 08 August 2003
Quelle: Deloitte & Touche GmbH  - Deutschland (Deutsch)

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