Deloitte & Touche GmbH   Deloitte & Touche GmbH
 
Europäische Hotels erzielen 2002 erneut weniger Gewinn
Überdurchschnittlicher Profitabilitätsrückgang für deutsches Hotelgewerbe im internationalen Vergleich
Veröffentlicht: 22/7/03
Kontakt: Michael Müller
Deloitte & Touche GmbH
Verantwortlicher Leiter Industry Line Hospitality
+49 89 29036-8428

London - München, 17. Juli 2003– Weltpolitik und Wirtschaftskrisen haben die Gewinne europäischer Hotels im Jahr 2002 erneut geschmälert. So lautet das kürzlich veröffentlichte Ergebnis der HotelBenchmark Survey von Deloitte & Touche. An der diesjährigen Umfrage beteiligten sich rund 2.500 Hotels aus ganz Europa, dem Nahen Osten und Asien/Pazifik. Laut Studie musste die europäische Hotelbranche 2002 einen Rückgang von 8 % beim Income Before Fixed Charge (IBFC) verzeichnen. Die Profitabilität nahm damit nach 2001
(- 6 %) zum zweiten Mal in Folge ab. Der Zugewinn aus dem Rekordjahr 2000 (+ 16 %) ist so gut wie aufgezehrt. Das deutsche Hotelgewerbe ist mit einem Profitabilitätsschwund von 14 % am stärksten betroffen. Offensichtlich ist es nicht gelungen, Ertragsrückgänge durch entsprechende Kostensenkungen aufzufangen.

Außerhalb Europas sieht die Lage deutlich besser aus. Einige der Verluste aus dem Jahr 2001 konnten wettgemacht werden. Im Nahen Osten stieg die Profitabilität um 0,7 %, im Raum Asien/Pazifik lag das Wachstum sogar bei beeindruckenden 7 %.

Angesichts der derzeitigen extrem schwierigen Marktsituation suchen Eigentümer und Betreiber verstärkt nach Möglichkeiten zur Kostenreduzierung. Während man sich beim Ausbau von Marktanteilen bisher vor allem auf Verbesserungen beim revPAR konzentrierte, stehen jetzt die Erhöhung des IBFC und die Senkung der Gemeinkosten im Vordergrund.

Der wesentliche Maßstab für Profitabilität im Hotelgewerbe ist das Verhältnis von Gewinn zu Umsatz. Hotels im Nahen Osten waren besonders erfolgreich. Ihnen blieben von jedem eingenommenen Dollar durchschnittlich 41 Cent als Gewinn, im Gegensatz zu Hotelbetrieben in Asien. Deren Gewinnanteil betrug nur 32 Prozent. Europa lag mit 36 % im Mittelfeld. Ihre konkreten Einnahmen betreffend, meldeten europäische Hotels mit 18.096 Euro (17.130 USD) den höchsten IBFC pro verfügbarem Zimmer. Dieser Wert lag im Nahen Osten mit 15.238 USD und in Asien mit 14.365 deutlich niedriger. Deutsche Hotels fallen gegenüber dem europäischen Durchschnitt mit 9.485 Euro um fast 50 % ab. Die britische Hotelbranche kann sich mit 22.801 Euro über ein überdurchschnittliches Ergebnis freuen.

Der IBFC pro verfügbarem Zimmer sank allerdings in über 80 % der in der Studie untersuchten europäischen Städte. Nahezu alle Städte mussten einen Rückgang bei der Profitabilität hinnehmen. Positives Wachstum war nur in Leipzig, Birmingham, Cardiff, Edinburgh und Moskau zu verzeichnen. Deutsche Hotels waren von der sinkenden Nachfrage besonders betroffen. Der Erlös pro verfügbarem Zimmer reduzierte sich hierzulande um 8%. Diese Entwicklung hatte einen Profitabilitätsrückgang von 14 % zur Folge. Als einzige deutsche Stadt konnte sich Leipzig dem Trend widersetzen. Steigende Belegungszahlen und Zimmerpreise resultierten hier in einem Profitabilitätszuwachs von 14 %. Moskau meldete ein Wachstum gegenüber 2001 in gleicher Höhe. Die Londoner Hotellerie verzeichnete innerhalb Großbritanniens das schlechteste Ergebnis.

Julia Felton, die als Executive Director für die HotelBenchmark Studie bei Deloitte & Touche verantwortlich ist, kommentierte die Ergebnisse folgendermaßen: „2002 hat sich für die Hotelbranche als weiteres Problemjahr erwiesen. Hotelbetreiber mussten sich auf grundlegende Veränderungen im Verbraucherverhalten einstellen: Preisbewusste Freizeittouristen sind auf der Suche nach Last-Minute-Schnäppchen und der Rückgang bei den Geschäftsreisen setzt die Durchschnittszimmerpreise unter Druck. In Europa führten die Umsatzverluste dazu, dass der 2001 begonnene negative Profitabilitätstrend anhielt. Da wenig Hoffnung besteht, dass sich die Lage in nächster Zeit verbessert, müssen Hoteliers ihre Kosten weiterhin sorgfältig kontrollieren, um sicherzustellen, dass es 2003 nicht zu weiteren Gewinneinbrüchen kommt."

Anhänge
Rentabilitätsbericht2002_PI_Final.pdf (167 KB)
Vollständige Pressemitteilung

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zu diesem Thema
 
Letzte Aktualisierung: 17 Juni 2008
Quelle: Deloitte & Touche GmbH  - Deutschland (Deutsch)

Seite drucken    An eine/n Bekannten versenden
     

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, und/oder sein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu und seiner Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns. 
© 2008 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

 

Deloitte RSS News Feed