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München/Frankfurt, 05. Juli 2006 – Anbieter von Finanzdienstleistungen können optimistisch in die Zukunft blicken – wenn sie jetzt die Zeichen der Zeit erkennen und schon heute die Weichen stellen. Von entscheidender Bedeutung sind, laut der umfassenden Studie „Erfolgsfaktoren im Jahr 2010“ der Wirtschaftsprüfung- und Beratungsgesellschaft Deloitte, die Faktoren Globalisierung, Wachstum, Corporate Governance und Technologie.
Die Entwicklung der Branche gibt Anlass zum Optimismus: In Europa und Nordamerika sind Gewinnzuwächse in Höhe von zehn bis 13 Prozent realistisch, im asiatischen und lateinamerikanischen Raum liegt dieser Wert sogar bei bis zu 50 Prozent. Gute Aussichten für global aufgestellte Finanzdienstleister, doch auch der Konsolidierungsprozess wird sich weiter fortsetzen und allein in Europa bis 2010 etwa 700 Banken verschwinden lassen.
„Wer von diesen grenzenlosen Möglichkeiten profitieren will, muss sich entsprechend ausrichten und heute schon die „Hallmarks of Success“ identifizieren, die für den künftigen Erfolg entscheidend sein werden“, betont Edgar Klein, Leiter der Consulting-Sparte in Financial Services bei Deloitte.
Der Globalisierungsfaktor
Entscheidend ist nicht nur die Präsenz in den aufstrebenden Wachstumsmärkten, sondern auch ein passendes Geschäftsmodell bzw. Portfolio, das kostengünstig und leicht auf verschiedene Märkte übertragen werden kann. Aufgrund der daraus resultierenden niedrigeren Margen wird das Volumen ausschlaggebend für die Profitabilität sein. Sinkende Margen im Volumengeschäft bedeuten gleichzeitig, dass verstärkt Sparpotenziale im operativen Geschäft erschlossen werden müssen - bis zu 20 Prozent im Jahr 2010, so die Schätzung von Experten von Deloitte. Dabei sollte ein Teil der eingesparten Mittel gezielt in ergänzende Premium-Services reinvestiert werden.
Die vergleichsweise hohe M&A-Aktivität der Branche wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Der Analyse zufolge werden etwa 700 europäische Banken innerhalb dieses Zeitraums verschwinden. Zudem wird es zu einer steigenden Zahl von Deals kommen, um das für die Globalisierung notwendige Kapital bereitzustellen. Neben Zukäufen können auch kluge Devestments im Zusammenspiel mit intelligenter Kapitalumschichtung für einen wichtigen Vorsprung im Wettbewerb sorgen. Die aktuellen Forderungen –z.B. von Herrn Ackermann zur wirklichen Europäisierung der Branche innerhalb der EU – passen exakt zu diesem vorhergesagten Trend, so Edgar Klein, Leiter Consulting Financial Services bei Deloitte.
Wachstum, Innovation und Corporate Governance
Finanzdienstleister, die überleben wollen, müssen, unabhängig von ihrer Größe, kontinuierlich auf Wachstum setzen. Wie die Deloitte-Analyse zeigt, stieg der Aktienwert der fünf Banken mit dem weltweit größten Gewinnzuwachs um satte 91 Prozent innerhalb von vier Jahren. Generiert werden kann dieses Wachstum vorrangig durch optimierte Kundenbeziehungen und Services und damit über einen erhöhten Marktanteil. Prozessinnovationen und optimierter Service sichern ein Alleinstellungsmerkmal im Markt und helfen überdies, Strukturen zu vereinfachen und Kosten zu senken. Weniger Bedeutung messen Experten hingegen Produktinnovationen bei: Schätzungen zufolge wird sich das Gesamtbudget für Produktinnovationen von derzeit elf Milliarden US-Dollar auf etwa sechs Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 reduzieren. Wichtig für die Außenwirkung – und die Performance – von Finanzdienstleistern sind zudem maximale Transparenz und Compliance. Strenge gesetzliche Auflagen werden weiter zunehmen. Ihre Erfüllung weit über das Mindestmaß hinaus wirkt sich positiv sowohl auf das Image als auch die Effizienz aus. Allerdings erfordert die Umsetzung dieser Vorgaben einen Mentalitätswandel, den nicht alle betroffenen Unternehmen realisieren können oder wollen.
Der Technologiefaktor
Schon heute ist der Einsatz hoch entwickelter Technologie ein maßgeblicher Erfolgsfaktor, der in direktem Zusammenhang mit Performance und Profitabilität steht. Wichtig dabei ist jedoch, dass zwischen IT-Beauftragten und Vorständen ein weitgehendes Verständnis herrscht – so sollte schon bald in jedem Unternehmen ein CIO mit am Tisch des Vorstands sitzen, der sowohl über technisches als auch unternehmerisches Verständnis verfügt.
„Die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren, die wir in unserer Studie definiert haben, betreffen die überwältigende Mehrheit aller Unternehmen des Finanzdienstleistungssektors. Wirklich profitieren werden davon allerdings nur diejenigen, die über die besten Voraussetzungen verfügen. Größe ist dabei ein wichtiges Kriterium, aber nicht das einzige. Entscheidend ist, dass die Unternehmen jetzt schon die Weichen so stellen, dass sie im Jahr 2010 zu den Gewinnern zählen“, resümiert Edgar Klein.
Die Studie finden Sie unter http://www.deloitte.com/dtt/research/0,1015,sid%253D1013%2526cid%253D120458,00.html zum Download.
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