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München/Düsseldorf, 18. Mai 2006 - Die Marktstudie „Der deutsche Fitness & Wellness Markt“ beinhaltet die Ergebnisse und Analysen der Markterhebung zum 31. Dezember 2005. Damit präsentiert Deloitte zum dritten Mal in Folge eine komplette Marktuntersuchung.
Die Konsolidierung des deutschen Fitness- und Wellnessmarktes hat sich auch im Jahr 2005 fortgesetzt. Dies geht aus der aktuellen Deloitte-Studie hervor. Befragt wurden über 1000 Anbieter auf dem deutschen Fitness- und Wellnessmarkt. „Die Studienergebnisse zeigen, dass die Umstrukturierung auf dem deutschen Fitness- und Wellnessmarkt zulasten der Einzelstudios ausgefallen ist. Fitnessketten hingegen konnten insgesamt im vergangenen Jahr erneut sowohl bei der Anlagenzahl als auch den Mitgliedschaften Wachstumsraten verzeichnen“, erklärt Karsten Hollasch, Partner Transaction Services und einer der Autoren der Studie.
Fortschreitende Reduktion der Anbieteranzahl
2005 konnte der Vorjahrestrend zur Reduktion der Anbieter auf dem deutschen Fitness- und Wellnesmarkt nicht aufgehalten werden. So ist die Zahl der Fitnessanlagen in Deutschland gegenüber 2004 um knapp 1% auf nunmehr 5.554 gesunken. Ausgewirkt hat sich die Konsolidierung vor allem auf die Situation der Einzelanlagen. Fitnessketten hingegen konnten sowohl ihren Marktanteil (auf derzeit 12% anlagenbezogen) wie auch ihre absolute Anzahl erhöhen. Überproportional betroffen von der Konsolidierung waren die Fitnessanlagen für Frauen. Unterproportional zum Marktanteil verhalten sich die Anteile der Geschäftsaufgaben und Geschäftsübergaben (Verkäufe) bei den Wellnessanlagen.
Gegenläufige Entwicklung der Mitgliedschaften
Trotz geringerer Anlagenzahl verzeichneten die Mitgliedschaften einen Anstieg um ca. 4,7%. Von der positiven Entwicklung profitierten vor allem Fitnessketten. Sie wiesen ca. 1,55 Mio. Mitgliedschaften auf und bauten ihren mitgliederbezogenen Marktanteil von 27,3% auf über 30% aus. Im Gegensatz zu den Einzelanbietern, deren Marktanteile wie in den Vorjahren gesunken sind. Ausgeschlossen von der Dynamik des Gesamtmarktes bleibt die Kategorie der Frauenanlagen. Sie verlor absolut an Mitgliedschaften.
Umsatzentwicklung stagnierend bis geringfügig ansteigend
Insgesamt stand die Branche im Jahr 2005 offensichtlich unter Preisdruck. Der Mitgliederzuwachs wirkte sich zwar auf den Branchenumsatz aus. Dieser Effekt wurde jedoch durch die Beitragsentwicklung aufgehoben oder zumindest stark abgeschwächt
Der Durchschnittsbeitrag pro Monat inkl. USt. kann aus zwei Perspektiven untersucht werden. Auf der Betrachtungsebene der Anlagen als Anbieter sinkt er von EUR 44,15 (Vorjahr) auf EUR 41,99. Auf der zweiten Betrachtungsebene wird berücksichtigt, welche Tarife die Mitglieder tatsächlich nachfragen. Erstmalig ist im Jahr 2005 der nachfragebezogene durchschnittliche Monatsbeitrag mit EUR 43,34 (Vorjahr EUR 43,77) höher als der Durchschnittsbeitrag der Anbieter (anlagenbezogen) bei EUR 41,99. Somit sind die Mitgliedschaften bezogen auf den Gesamtmarkt eher in den „teureren“ Anlagen konzentriert. Eine Ausnahme bildet die (größte) Kategorie der gemischten Anlagen, die aufgrund der hier angesiedelten Budget-Anlagen nachfragebezogen mit EUR 37,99 um etwas über einen Euro unter dem Durchschnitt der Anbieter liegt.
Regionale Unterschiede
In puncto Zahl der Geschäftsaufgaben und der Neueröffnungen werden regionale Unterschiede deutlich. Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und das Bundesland Berlin sind die Regionen mit überproportional vielen Geschäftsaufgaben. Wiederum Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin weisen andererseits überproportional viele Neueröffnungen oder Geschäftsübernahmen von Fitnessanlagen auf. Die drei Stadtstaaten sowie Hessen und Nordrhein-Westfalen sind dabei die Regionen mit den höchsten Reaktionsquoten, d.h. Mitgliedschaften in Bezug auf die Zahl der Einwohner mit 10,7% bis 7%. Am anderen Ende rangieren die ostdeutschen Flächenländer mit Quoten von 3% bis 4%. Die Höhe der Kaufkraft in den Regionen hat einen statistisch nachweisbaren positiven Einfluss auf die Reaktionsquote.
Fitnessketten dominieren in Ballungsräumen
Die Fitnessketten decken einen Großteil des Angebotsspektrums in Deutschland ab. Unter den etwa vierzig Kettenanbietern, die mindestens drei Anlagen betreiben, finden sich Discount- und Lifestyle-Anlagen im Medium-Tarifsegment genauso wie High-End Business- und Health-Clubs. Die meisten dieser Anbieter konzentrieren ihre Geschäftsaktivitäten auf Städte und Standorte mit Einzugsgebieten ab 60.000 Einwohnern. In Berlin vereinen die Ketten etwa zwei Drittel der Mitgliedschaften auf sich, in Hamburg etwa die Hälfte, in Bremen und Nordrhein-Westfalen immerhin etwa ein Drittel. Die fünf größten Ketten erzielen bundesweit einen Anteil von 19,7% an den Mitgliedschaften.
Studios passen sich an
Der zunehmende Wettbewerb mündet zum Teil in einen Preiskrieg. Einem speziellen Zeitreihenvergleich von über 345 Fitnessanlagen zufolge verringerte sich der Monatsbeitrag für 2005 gegenüber dem Vorjahr von EUR 44,60 auf EUR 41,90 (-6,1%). Zugleich erhöhten sich die durchschnittlichen Mitgliedschaften pro Anlage leicht um 0,4% auf 963. Dabei ist die niedrigere Fluktuationsquote – sie sank um 3,6% auf 24% – ein Indiz für die verbesserte Kundenbindung. Mit der positiven Entwicklung der Mitgliedschaften konnte die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nicht Schritt halten. Sie wurde von 18,6 auf 17,6 reduziert, so dass der monatliche Umsatz pro Mitarbeiter um 0,9% auf EUR 2259,7 leicht anstieg. Ob Anpassungen in dieser Größenordnung das Überleben sichern können, wird die Zukunft zeigen. Ausgewählte Fitnessketten weisen z.B. einen Anteil der „Zielgruppe 50+“ von über 23% an ihren Mitgliedschaften auf, während das Durchschnittsalter der Mitglieder für den Gesamtmarkt konstant bei 37 Jahren liegt.
Branchenprognose fällt optimistisch aus
Generell sehen die Anbieter der künftigen Marktentwicklung positiv entgegen.
Zwei Drittel der befragten Einzelanbieter rechnen im Jahr 2006 mit einem Anstieg ihrer Mitgliedschaften, knapp 30% gehen davon aus, dass sie ihren Mitgliederbestand zumindest halten können. Entsprechend wollen etwa 80% ihre Beitragsstruktur stabil halten. Lediglich ein Sechstel geht von einer Erhöhung der eigenen Beiträge aus.
Noch höher fällt der Anteil der positiv gestimmten Anbieter bei den Filialbetrieben aus. 75% erwarten bei gleicher Prognose zur Tarifentwicklung eine Steigerung der Mitgliedszahlen. Den stärksten Optimismus drücken die Ketten aus. Knapp 90% gehen von einer positiven Entwicklung der Mitgliedschaften in diesem Jahr aus. Und ein gutes Drittel der Anbieter möchte 2006 die Tarife erhöhen.
Fazit
· Es findet eine fortschreitende Konsolidierung unter den Einzelanbietern statt, während die Ketten ihre Marktanteile ausbauen können.
· Die ausgewählten Fitnessketten weisen gegenüber dem Gesamtmarkt ein deutlich höheres Wachstum auf.
· Dementsprechend unterschiedlich fallen auch die Erwartungen der Unternehmen für die Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres aus.
Ende
Die Studie
Bereits seit fünf Jahren führt Deloitte Marktuntersuchungen im Bereich Fitness und Wellness durch. Nach einer kompletten Erhebung des Marktes im Jahr 2003 und der Fortschreibung im letzten Jahr präsentiert Deloitte im Rahmen der Studie „Der deutsche Fitness & Wellness Markt“ erneut aktuelle Branchenergebnisse.Die kostenpflichtige Studie für das Jahr 2005 kann ab sofort zum Preis von EUR 149,00 bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche GmbH, Düsseldorf, bestellt werden über Frau Kirsten Osthaus, Tel +49 211 8772-2369, E-Mail kosthaus@deloitte.de. Für weitere Fragen steht unsere Servicenummer: +49 211 8772-3755 zur Verfügung.
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