Deloitte & Touche GmbH   Deloitte & Touche GmbH
 
Globalisierung und Außenwirkung stellen Einzelhandel vor große Herausforderung
Studie von Deloitte untersucht Risiken und Chancen für die Branche
Veröffentlicht: 24/1/06
Kontakt: Antonia Wesnitzer
Deloitte & Touche GmbH
Pressereferentin
+49 89 29036-8825

Kontakt: Jochen Kuhnert
Partner/Retail Practice Consulting
+49 211 8772-3219

München, 24. Januar 2006 - Der globale Einzelhandel konzentriert sich mittlerweile mehr auf die Bewältigung neuer, branchenspezifischer Risiken als auf Gewinn und Wachstum. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren des Reports „2006 Global Powers of Retailing“ von Deloitte.

 

Der in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift Stores entstandene Bericht enthält eine Rangliste der 250 weltweit größten Einzelhandelsunternehmen und analysiert den Einfluss weltwirtschaftlicher Entwicklungen auf die Branche im Jahr 2006. Die jährlich vorgelegte Studie stellt in dieser Ausgabe erstmals auch die Risiken vor, mit denen sich der Einzelhandel in den kommenden zwölf Monaten auseinandersetzen muss.

 

„Beschaffung und operativer Betrieb werden durch die Globalisierung nicht nur komplexer, sondern auch deutlich risikoreicher“, erklärt Jochen Kuhnert, Leiter des Bereichs Retail Practice bei Deloitte. „Hinzu kommt die zunehmende Konsolidierung der Branche. Dies alles heizt den Wettbewerb an, verstärkt den Preisdruck und nivelliert die Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern. Auf der anderen Seite steht ein sehr mächtiger und anspruchsvoller Verbraucher, der den Handel zwingt, neue Prioritäten zu setzen.“

 

„2006 Global Powers of Retailing“ nennt sieben Risiken, die auf der Agenda des Einzelhandels ganz oben stehen:

 

  1. Nicht finanzielle Risiken. Globale Einzelhandelsunternehmen haben eine besonders enge Beziehung zum Endkunden. Deshalb ist die Art und Weise, wie das Unternehmen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, von entscheidender Bedeutung für den Schutz der Marke. Anleger und andere Interessensgruppen achten immer stärker darauf, wie sich Unternehmen in punkto Umweltschutz verhalten, wie sie ihre Mitarbeiter behandeln und in welchen anderen Aspekten sie ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden. Die Großen der Branche – dazu zählen auch Hersteller von Gebrauchsgütern – benötigen ein Medienprofil, das sie verantwortungsvoll und gesellschaftlich engagiert zeigt. Sie wollen keine Verbraucherboykotte, politischen Rückwirkungen und noch strengeren gesetzlichen Rahmenbedingungen riskieren.
  2. Internationale Wirtschaft. Global operierende Einzelhandelsunternehmen sind den Unwägbarkeiten der Weltwirtschaft stärker ausgeliefert als lokale Anbieter. Risikofaktoren sind hier vor allem Schwankungen der Devisenkurse, mögliche Handelsbeschränkungen und die Entwicklung des Ölpreises.
  3. Globale Lieferkette. Die zunehmende Globalisierung von Beschaffung und Betrieb bringt komplexere und stärker fragmentierte Lieferketten mit sich. Die Kernfrage lautet zwar weiterhin, wie hohe Servicequalität zu möglichst geringen Kosten sichergestellt werden kann, doch mittlerweile trägt eine Reihe weiterer Faktoren zur Komplexität der Lieferkette und damit zu einem höheren Risikograd für alle Beteiligten bei.
  4. Terrorismus. Für den Einzelhandel hat die Terrorismusgefahr mehrere Dimensionen. Erstens müssen vorhandene Gebäude und Einrichtungen gesichert und Mitarbeiter und Kunden gegen mögliche Anschläge geschützt werden. Dieser Schutz muss aber auch die Ware einbeziehen - insbesondere bei Lebensmittel­n. Zweitens müssen Informationen, Lieferketten, Logistik und Management mehrfach angelegt sein, damit das Unternehmen nach einem Anschlag betriebsfähig bleibt. Sind keine Business-Continuity-Pläne vorhanden, kann dies im Zweifels­fall das Ende des Unternehmens bedeuten. Schließlich müssen alle wichtigen geschäftlichen Entscheidungen auch mit Blick auf diese Gefahr getroffen werden.
  5. Markenmanagement. Immer mehr Handelsketten bringen Eigenmarken heraus. Damit übernehmen sie nicht nur traditionelle Markenaufbau-Maßnahmen (Trendbeobachtung, Produktinnovation, Aufbau und Pflege des Markenimages), sondern auch Risiken im Bereich des Marken- und Inventar­mana­ge­ments, die früher ausschließlich bei den Lieferanten lagen. Dies betrifft vor allem finanzielle Risiken sowie das Brand-Reputation- und Portfolio-Management.
  6. Personalmanagement. Einzelhändler mit hohem Wachstum benötigen immer mehr qualifiziertes Personal für Disposition, Informationsverwaltung, Lieferan­tenbetreuung und Filialleitung. Dem steht in den meisten wichtigen Märkten die demografische Entwicklung entgegen: Da die Zahl junger Erwachsener zurück­geht, wird es immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden beziehungsweise zu halten. In Schwellenmärkten gibt es schon jetzt nicht genug Fachkräfte. Damit steigen Personalkosten und Fluktuation. Diese Entwicklung birgt eines der größten Risiken für Einzelhändler, besonders denjenigen, die in Schwellenmärkte expandieren.
  7. Neue Medien. Der technische Fortschritt hat die Medienlandschaft grundlegend verändert. Waren für Einzelhändler lange Zeit nur traditionelle Medien wie Fernsehen, Radio und Printmedien relevant, müssen sie sich jetzt an neue Medien wie das Internet, leistungsstarke Handys und Videospiele anpassen, um in der zunehmend zersplitterten Medienwelt bestehen zu können. Einzelhändler riskieren, mit dem Rückgang von Massenfertigung und Massenkommunikation die Kontrolle über die Marketingbotschaft zu verlieren. Die neuen Medien bieten ihnen andererseits die Möglichkeit, Verbraucher auf individuellerer und persönlicherer Ebene und häufig deutlich effizienter anzusprechen. 

 

Ende

 

 

Deloitte Deutschland

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Das breite Leistungsspektrum umfasst Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance-Beratung. Mit 3.400 Mitarbeitern in 17 Niederlassungen betreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

 

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, dessen Mitgliedsunternehmen einschließlich der mit diesen verbundenen Gesellschaften. Als Verein schweizerischen Rechts haften weder Deloitte Touche Tohmatsu als Verein noch dessen Mitgliedsunternehmen für das Handeln oder Unterlassen des/der jeweils anderen. Jedes Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig, auch wenn es unter dem Namen "Deloitte", "Deloitte & Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen Namen auftritt. Leistungen werden jeweils durch die einzelnen Mitgliedsunternehmen, nicht jedoch durch den Verein Deloitte Touche Tohmatsu erbracht. Copyright © 2006 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

 

Anhänge
Vollständige Studie (755 KB)
Download

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zu diesem Thema
 
Letzte Aktualisierung: 24 Januar 2006
Quelle: Deloitte & Touche GmbH  - Deutschland (Deutsch)

Seite drucken    An eine/n Bekannten versenden
     

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, und/oder sein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu und seiner Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns. 
© 2008 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

 

Deloitte RSS News Feed