Deloitte & Touche GmbH   Deloitte & Touche GmbH
 
Abgelaufenes Fleisch wieder „frisch“ gemacht
Georg Faßbender

Die Geschichte aller Lebensmittelskandale der letzten Jahre zeigt, dass, der Mensch das schwächste Glied in der „Food Chain“ ist, um Lebensmittelsicherheit, Klarheit und Wahrheit gegenüber dem Verbraucher zu garantieren.

 

„Die Reaktion des Handels „Einstellung von 300 Frischemanagern“ oder der prompte Ruf von Verbraucherschutzministerin Renate Künast nach „schärferen Gesetzten und personeller Aufstockung    der Lebensmittelaufsicht und Veterinärämtern zur verstärkten Kontrolle ist purer Aktionismus zur Beruhigung der Bevölkerung.“ Diese Aussage trifft Georg Faßbender, Senior Manager und Leiter des Beratungsbereichs Handel bei Deloitte. „Eine verstärkte Kontrolle wird aber nicht funktionieren, da der Faktor Mensch auch durch stärkeren Einsatz nicht sicherer wird. Was unabdingbar ist, ist ein systemgestütztes „Food Safety Management“, so Faßbender weiter.

 

Das Food Safety eines Managements bedarf sicherer Prozesse, d.h. einer engen Verknüpfung von Qualitätsprüfungen und Warenströmen. Darüber sind sich alle Fachleute einig, so der einhellige Tenor der Experten auf der jüngsten CIES Food Safety Konferenz in Rom zum Thema Food Safety. Es wurde bekräftigt, dass Food Safety nicht nur eine Anforderung an die Produzenten ist, sondern auch an den Handel und die Ausgestaltung seiner Outlets.

 

Völlig unumstritten ist, so die Meinung der Teilnehmer, dass es zur Sicherstellung Prozessstandards wie beispielsweise IFS geben muss, an die sich alle halten.

Ein Punkt wurde bisher allerdings wenig beachtet: Sichere Prozesse sind nur durch adäquate Systemunterstützung wirklich sicher zu gewährleisten.

 

„Dabei tut sich die Food & Beverage Branche nach wie vor noch schwer“, wie die aktuelle Studie von Deloitte und Lebensmittelzeitung zum Thema „Food Safety und Traceability“* offenbart. Über 90 Prozent der rund 500 befragten Unternehmen der Food & Beverage geben zwar an, dass sie die vom europäischen Gesetzgeber zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit geforderte Rückverfolgbarkeit gewährleisten, fragt man die gleichen Unternehmen aber, inwieweit sie dies systemunterstützt tun, so antworten nur 25 Prozent, dass sie bereits eine entsprechende Systemunterstützung realisiert haben.

 

Sei es aus Unfähigkeit, Fahrlässigkeit oder gar krimineller Energie heraus, wie beim jüngsten Frischfleisch-Skandal, gegen menschliches Versagen hilft nur ein geschlossenes Warenwirtschaftssystem. Es muss ausschließen, dass Frischfleisch mit betrügerischer Absicht nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums erneut als „frisch“ etikettiert in die Kühltheke gelangt.

 

Auf der „EUROSHOP 2005“ in Düsseldorf wurde vor wenigen Tagen eine Umfrage des Europäischen Handelsinstituts (EHI) präsentiert, die aufzeigt welche IT Projekte für Handelsmanager besondere Priorität haben.

„Nicht schlichtes Kostenmanagement alleine, sondern vielmehr Fragen der Expansion, der Profilierung und der Kundenbindung sind aus heutiger Sicht für das Topmanagement die wesentliche Herausforderung der nahen Zukunft“ so heißt es in der entsprechenden Veröffentlichung.

„Sehr richtig“, sagt Faßbender, „aber alle diese Ziele werden nachhaltig durch Skandale wie dem der abgelaufenen Ware zerstört.“

 

Der Frischebereich soll jedoch nicht nur im Fleisch/Fisch/Geflügelsortiment, sondern auch im Obst/Gemüse/Salate/Convenience- Bereich ein Wachstumsträger sein und für Profilierung und Kundenbindung sorgen. Investitionen in Ladenausstattung und Sortiment nutzen wenig, wenn nicht verhindert wird, dass durch menschliches Fehlverhalten das Verbrauchervertrauen massiv geschädigt wird. Lebensmittelskandale schaden nicht nur der betroffenen Handelskette, sondern der ganzen Branche.

 

Der Rat von Deloitte an die Verantwortlichen lautet: “Bei der Erneuerung beziehungsweise Modernisierung der Informatiksysteme darf nicht nur in die Filiallogistik investiert werden, sondern auch in ein integriertes Qualitätsmanagement. Dieses muss sicherstellen, dass sich die Skandale nicht wiederholen. Anders als noch vor wenigen Jahren sind „schlüsselfertige“ Standardsoftwaresysteme verfügbar wie beispielsweise „Best Practice Lösungen“ für die Fleischverarbeitung in Industrie und Handel**.

 

Der Autor Georg Faßbender ist Senior Manager und verantwortlicher Leiter der Deloitte Retail Practice

 

*Studie „Rückverfolgbarkeit 2004“ zum Stand der Rückverfolgbarkeit in der Lebensmittelbranche  von Lebensmittelzeitung und Deloitte, September 2004

 

**SAP und Deloitte haben eine gemeinsame Lösung entwickelt

 

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zu diesem Thema
 
Letzte Aktualisierung: 23 März 2005
Quelle: Deloitte & Touche GmbH  - Deutschland (Deutsch)

Seite drucken    An eine/n Bekannten versenden
     

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, und/oder sein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu und seiner Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns. 
© 2009 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

 

Deloitte RSS News Feed