AUTOSAR (Automotive Open System Architecture) wurde von den Automobilherstellern BMW Group, Daimler-Chrysler und Volkswagen sowie den Automobilzulieferern Bosch, Continental und Siemens VDO im Juli 2003 gegründet und hat heute insgesamt 80 Mitglieder.
Durch das Erscheinen neuer, innovativer Anwendungen hat kraftfahrzeugtechnische elektrisch/elektronische (E/E) Bauweise eine Komplexität erreicht, die einen technologischen Durchbruch erfordert, um den gesteigerten Kundenanspruch und die gesetzlichen Grundlagen zu erfüllen. Dies ist besonders für Hersteller von Premium - Fahrzeugen und deren Tier 1. Zulieferer akut. Bis zu 80 Steuergeräte verschiedenster Hersteller sorgen dafür, dass Assistenzfunktionen wie Fensterheber, Antiblockiersystem, Einparkhilfe oder Sitzheizung zuverlässig ihren Dienst erledigen. „Lange funktioniert das wohl nicht mehr so“, sagt Markus Hardt vom Fraunhofer – Institut für Software und Systemtechnik (ISST) in Berlin, „würden noch ein paar Steuergeräte dazukommen, rechne ich mit einem Kollaps des Systems.“.
Das Hauptziel von AUTOSAR besteht in der Entkopplung von Hardware und Software sowie Softwarestandardisierung in eine offene E/E Systemarchitektur. Die Partnerschaft zielt darauf ab, Basisfunktionen und funktionale Schnittstellen zu definieren und zu standardisieren. Basis Softwarefunktionen im Fahrzeug sollen in einer gemeinsamen Sprache geschrieben werden, sodass diese auch auf anderen Steuergeräten funktionieren und einfacher miteinander gekoppelt werden können.
AUTOSAR ist der Schlüssel, um die wachsende Komplexität der Technologie von Elektrik zu verwalten. Es zielt darauf ab, für die bevorstehenden Technologien vorbereitet zu werden und Rentabilität zu verbessern ohne einen Kompromiss in Bezug auf Qualität zu machen. Es erleichtert Austausch und Upgrade von Software und Hardware während der gesamten Serviceintervalle eines Autolebens.
Die erklärten Ziele der Teilnehmer sind Baukastenprinzip, Skalierbarkeit, Übertragbarkeit und Wiederverwendbarkeit der Funktionen sowie die Bereitstellung einer normierten Plattform für automobile Systeme.
AUTOSAR besteht aus
- 10 Core Partnern
- 46 Premium Members
- 24 Associate Members
Führende OEMs und Tier 1. Zulieferer haben dies erkannt und sich entschieden, zusammen zu arbeiten. Sie möchten eine Grundlage für Zusammenarbeit bei Basisfunktionen schaffen, die weiterhin auch Wettbewerb für Innovativen unterstützt:
- Implementierung und Standardisierung von grundlegenden Systemfunktionen als eine OEM standard core solution
- Skalierbarkeit zu verschiedenen Fahrzeug- und Plattformvarianten
- Übertragbarkeit der Funktionen durch Netzwerke
- Integration praktischer Module von verschiedenen Lieferanten
- Berücksichtigung von Verfügbarkeit und Sicherheitsbedingungen
- Redundanzaktivierung
- Kontinuität über den gesamten Produktlebenszyklus
- Vermehrter Einsatz von „Commercial off the shelf hardware“
- Software Updates und Upgrades während des gesamten Autolebens
Aus der Zusammenarbeit versprechen sich insbesondere die AUTOSAR-Mitglieder folgenden Nutzen:
- OEM übergreifende Wiederverwertung von nicht wettbewerbsrelevanten Softwaremodulen
- Wettbewerbsrelevante Funktionen können separat entwickelt werden
- Fokus auf Innovationen / Funktionen
- Standardisierte Zertifizierung
Nutzen für Zulieferer:
- Reduzierung der hohen Anzahl an Softwareversionen und -releaseständen
- Teilhabe an Entwicklungen unter Zulieferern
- Steigerung der Effizienz in der Entwicklung
- Neue Geschäftsmodelle
Nutzen für Werkzeughersteller:
- Gemeinsame Schnittstellen in Bezug auf die unterschiedlichen Entwicklungsverfahren
- Nahtlose, überschaubare, aufgabenoptimierte Werkzeugentwicklung
Deloitte Automotive Expertise
Deloitte unterstützt den Gestaltungsprozess im stattfindenden Innovationswandel aktiv mit. Dabei beschäftigt sich Deloitte mit folgenden Fragestellungen:
- Schwerpunktverlagerung der Kernkompetenzen des Automobilherstellers auf Marke und Vertrieb stellt höhere Anforderungen (F&E, Produktion) an Zulieferer
- Beherrschbarkeit der zunehmenden Komplexität im Hinblick auf mechatronische Produkte und die erforderlichen Anpassung von internen und externen Organisationsstrukturen (Werkstoffsubstitution, Elektronik, Mechatronik, E/E Software)
- Wandel im Hinblick auf neue globale Betreibermodelle und Zunahme der Entwicklungskooperationen/ -netzwerken
- Wandel hin zur modularen Prozess- und Produktgestaltung